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Nicht nur für die Toilette!
Die Ü-Ei-Zeitschriften haben sich im Laufe der Zeit zu einem sehr leidigen Thema des Sammelgebiets gewandelt. Dies liegt vor allem an der Konkurenz, die zwischen Zeitschriften und dem Internet im Allgemeinen herrscht. Da Zeitungen in erster Linie dazu da sind, um den Lesern Neuigkeiten zu präsentieren, war schon einmal die erste Hürde da, die zu nehmen war. In den frühen Jahren des Sammelgebiets Überraschungsei, wo es noch keine Ü-Ei-Homepages gab, News also noch nicht auf so schnellem Wege publiziert werden konnten, hatten Zeitschriften durchaus noch Chancen auf Erfolg. Je mehr sich das Internet entwickelte, desto weniger Interesse bestand an dem Printmedium Ü-Ei-Zeitschrift. Außerdem musste man für eine Ausgabe der Zeitschrift ja auch eine gewisse Menge an Informationsmaterial zusammentragen. Als man dann jedoch die Mindestmenge beisammen hatte, waren die ersten News im Internet schon wieder Schnee von gestern.
Neben dem Faktor Internet war auch der Preis und die Nachfrage ein Grund dafür, dass nach und nach alle Zeitschriften zum Thema Ü-Eier zu Grunde gingen. Dadurch, dass die Auflage der Zeitungen aufgrund von kleinen Leserzahlen gering gehalten werden musste, ging automatisch der Preis pro Heft in die Höhe, woraus widerum eine Verminderung der Abonnenten resultierte - ein Teufelskreis. Das Sammlergebiet der Ü-Eier ist also zu klein, als dass sich eine Zeitschrift lohnen würde. Mit den Briefmarken kann das Ü-Ei nicht vergleichen und dass es jemals so weit kommen wird, ist auch fraglich.

Trotz dieser doch eher miesen Aussichten, wagten sich erstaunlich viele Leute an eine Ü-Ei-Zeitschrift. Eine der ersten Zeitschriften, die sich mit dem Ü-Ei beschäftigte war "Das Ei". "Das Ei", herausgebracht vom Verlag Höveler bot stets aktuelle News zum Thema und konnte sich auch noch einige Zeit gegen das Internet durchsetzen. Neben der Zeitschrift brachte der Verlag auch noch einen sehr beliebten Katalog heraus, der sich nur den Hartplastikfiguren widmete - das "Mini-Ei". Nach vielen Jahren erstklassiger Berichterstattung übers Ü-Ei, musste "Das Ei" jedoch den Kampf gegen die Insolvenz aufgeben, da das Interesse aus den oben genannten Gründen stets weiter sank.
Cover Sammler-Hit!
Eine weitere Zeitschrift, die es schon sehr früh gab und auch sehr lange Zeit gegen die Ü-Ei-Seiten ankam, ja sogar manchmal die Ü-Ei-Seiten mit News versorgte, war der "Sammler-Hit". Herausgebracht vom Aschenbrenner Verlag, war diese Zeitschrift lange Zeit Informationsquelle Nummer 1 für viele Sammler. Hier war es das Engagement der Redaktion, was die Zeitung in den Ruin trieb. Die Lieferzeiten der nächsten Ausgaben wurden nicht eingehalten, weil man genug Geld mit anderen Produkten, in diesem den Selbstbaudioramen, machte. Somit verjagte sich der "Sammler-Hit" selbst seine Abonnenten. Das Ende vom Lied war ein Streit über eine große Anzahl an Geldrückerstattungen.
Sammlercosmos
Während der Zeit, in der es sich der "Sammler-Hit" mit seinen Lesern verscherzte, witterte der Platzbecker Verlag die Chance, mit einer neuen Zeitschrift aufzufahren, die den "Sammler-Hit" übertreffen sollte. Der "Sammlercosmos" entstand und versorgte ab sofort die Sammler mit aktuellen Infos. Diese Zeitschrift schaffte es in der ersten Zeit, genau wie der "Sammler-Hit", News in die Zeitschrift zu packen, die im Netz noch nicht bekannt waren. Darüberhinaus wurden vielerlei interessante Artikel geboten, die den "Sammlercosmos" beliebt machten. Doch letztendlich konnte auch der "Sammlercosmos" seinem Schicksal nicht entgehen. Eine schlechte Zahlungsmoral der Abonnenten und ein trotz guter Qualität zu geringes Interesse an der Zeitschrift, beendeten Zeit der selbigen.

Neben diesen drei großen Ü-Ei-Zeitschriften gab es hin und wieder kleinere Zeitungen, die ihr Glück versucht haben. Davon war die Zeitschrift "EI-ERLEI" die erfolgreichste. "EI-ERLEI" hatte ebenfalls gute Quellen und konnte somit mit noch unbekannten Informationen in den Ausgaben überzeugen. Der große Zeitraum zwischen zwei Ausgaben wurde "EI-ERLEI" jedoch zum Verhängnis. Mit der Zeit löste auch sie Leserschaft in Luft aus, dem Herausgeber vergang Zeit und Lust und "EI-ERLEI" wurde eingestellt.
Deckblatt vom ÜR
Eine besondere Zeitschrift war der "ÜR", der "Ü-Ei-Rundbrief". Der "ÜR" war ein privat produziertes Sammlerheftchen, welches alle zwei Monate per Post an eine kleine Leserschaft rausging. Obwohl die Zeitschrift kostenlos war, hielt sie sich relativ lange. Ganze 30 Ausgaben wurden vom "ÜR" an die Leser verschickt, bis es auch damit zu Ende war. Hier standen auch wieder wirtschaftliche Probleme im Vordergrund. Durch die wachsende Nachfrage stiegen die Kosten für die Zeitschrift und trieben den Herausgeber in Geldprobleme.

Egal wie man es dreht und wendet, eine Zeitschrift zum Thema Ü-Eier ist in der heutigen Zeit schlichtweg sinnlos. Die Konkurenz gegenüber dem Internet kann nicht ignoriert werden und die daraus resultierende geringe Leserschaft bietet auch keine sichere Basis für eine erfolgreiche Zeitschrift. Es bleiben also nur die Erinnerungen an schön Ausgabe von Ü-Ei-Zeitschriften.
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