Ein Thema über das die Sammlerwelt,
ähnlich wie über das Ü-Ei-Verbot, nicht so gerne spricht,
ist der Plan von Ferrero die Handbemalung abzuschaffen.
Seit jeher werden die Figuren aus den Ü-Eiern per Hand bemalt. Nun
fragt man sich also, woher der Entschluss zu einem solchen Plan auf einmal
kommt? Ferrero erhoffte sich mit der Erneuerung mehr Flexibilität.
Das Geld hat diesbezüglich wahrscheinlich keine Rolle gespielt, da
es nirgends so billige Arbeitskräfte gibt, wie in Asien - in diesem
Fall China.
Ab dem Jahr 2000 kann man sichtlich die Neigung von Ferrero zu aktuellen
Lizenzserien erkennen. So hat Ferrero z.B. zu Herr der
Ringe gleichzeitig zu den Filmen Figuren in die Eier gebracht. Dies bedarf
jedoch einer langen Planung. Weiterhin dauert es an die
sechs Monate, bis die Figuren aus China zum Verpacken
nach Deutschland kommen. Diese Zeit ist, wenn man auf aktuelle Filme eingehen
will, einfach zu lang. Aus diesem Grund brauchte Ferrero ein Verfahren,
mehr Figuren in kürzerer Zeit zu bemalen und sind
auf ein Unternehmen aus Norwegen gestoßen, die am so genannten "Mircopainting"
forschen und arbeiten. Mit den innovativen Robotern sollten die Figuren
Millimeter genau besprüht werden und so die Handbemalung ersetzen.
Ein weitere Grund für Ferrero, die Zukunft mit den Robotern zu beschreiten,
war der nicht zu verachtende Zuschuss der EU. Diese wollte
sich an dem innovativen Projekt mit 10 Millionen NOK beteiligen. Umgerechnet
sind dies rund 1,5 Millionen Euro.
Als die Sammler diese Nachricht erfuhren, waren sie durchgehend
verärgert. Ferrero konnte doch nicht einfach das, was die
Figuren zu etwas Besonderem macht, weglassen. Eben genau diese Bemalung
per Hand verleiht den Figuren doch diesen speziellen Charakter.
Wenn die Sammler dann Figuren vorgesetzt bekommen, die sich wie ein Ei
dem anderen gleichen, geht der Charme verloren.
Weiterhin würde dadurch eine Sammelgebiet so gut wie gänzlich
wegfallen - die Varianten. Die Sammler der Varianten
leben von der Handbemalung. Wäre die Bemalung durch den Roboter tatsächlich
durchgekommen, hätte es nur noch extreme Varianten gegeben, wenn
z.B. mal der Lack verbraucht gewesen wäre.
Dieser Enttäuschung der Sammler versuchte Ferrero schon vor der geplanten
Einführung entgegenzuwirken, indem absichtliche Varianten
in die Eier gepackt wurden. Das fing an mit den Markern der verrückten
Schreibtischbande. Doch die Sammler machten deutlich, dass sich mit dieser
"Abfindung" nicht zufrieden zu stellen sind.
Ferrero hat diese ganzen Aufruhr anscheinend mitbekommen. Nachdem nämlich
bei der Serie Cybertop, auf dem Beipackzettel der Hinweis "handbemalt"
gefehlt hat, sahen die Sammler den Schritt von Ferrero als durchgeführt.
Zum Glück war der Hinweis auf dem folgenden Zettel wieder vorhanden.
Fragt sich nur, was mit den Figuren der Serien ist, deren Beipackzettel
keinen Hinweis haben. Zum Beispiel Herr der Ringe Teil 1, oder der zweite
Teil der Schreibtischbande. Hat Ferrero das einfach vergessen? Oder wurde
der Vermerk absichtlich weggelassen? Vielleicht hat Ferrero die
Umstellung ja wirklich vollzogen und wir haben alle nichts davon bemerkt!?
Dieses Szenario soll sich jeder selber zu Ende ausmalen. Ich hoffe, dass
die Umstellung noch nicht eingetreten ist und auch niemals eintreten wird.
Dann wird das Ü-Ei auch keine Anhänger verlieren.