Ursprünglich sollte eine neue Süßigkeit
für die Kleinen geschaffen werden. Mit diesem Hintergedanken
machte sich Ferrero an die Entwicklung der kinder Überraschung. Die
Kinder sollten etwas zum Naschen bekommen, was jedoch neben der Süßigkeit
noch einen weiteren, oder besser gesagt noch zwei weitere Anreize
bietet. So kam es zu den drei Dingen auf einmal, mit
denen Ferrero weltbekannt wurde. Heutzutage gibt es nur noch wenige, die
das Ü-Ei nicht kennen und allein daran kann man den Glücksgriff
von Ferrero festmachen.
Doch schnell änderte sich die Zielgruppe der Ü-Eier,
denn es fanden sich in kurzer Zeit viele Liebhaber der Objekte, die in
den Eiern steckten. Somit entstand die Sammlergemeinde der Ü-Eier-Figuren.
Und selbstverständlich bekam Ferrero den Trubel auch mit und ging
dem entsprechend auf dieses Verhalten ein. So wurde mit der Zeit immer
mehr der Sammler und nicht mehr das Kind in den Mittelpunkt
gestellt, denn eins war und ist klar - die Sammler kaufen entschieden
mehr Eier, als die eigentliche Zielgruppe.
Ferrero nutze und nutzt immer noch seinen Vorteil vollends aus. Es fing
an mit Sonderverpackungen und ist nun bei absichtlichen
Varianten. Die Sammler sollen zum Kaufen getrieben werden und
da die Leute bei Ferrero genau wissen, dass die Sammler immer alles vollständig
haben wollen, werden die Sonderverpackungen auch gekauft. Es sind ja auch
immer tolle Ideen dabei. Genauso ist es mit den absichtlichen Varianten.
Auch hier hat Ferrero einen Weg gefunden, dem Sammler noch ein
wenig mehr Geld abzuluchsen.
Eigentlich kommt man doch nach diesen Angaben zu dem Schluss, dass Ferrero
viel an dem Sammler liegt. Ferrero bringt extra für den Sammler gesonderte
Verpackungen und Inhalte in die Eier, nur damit den Sammlern der
Spaß am Eierkaufen erhalten bleibt. Scheint auf den ersten
Blick doch lobenswert. Ist es irgendwo auch, wenn Ferrero konsequent
wäre ...
Aber Ferrero geht nur dann auf die Sammler ein, wenn sich daraus Umsatz
und Gewinn machen lässt. Sollte etwas mit zu viel Aufwand
verbunden sein oder sich nicht deutlich rentieren, wird die Durchführung
abgesagt. Irgendwo kann man Ferrero hier ja verstehen, aber wenn schon
so intensiv auf den Konsumenten eingegangen wird, kann man auch einen
Schritt weitergehen.
So wird von Ferrero bis heute nichts gegen die Fälschungen unternommen,
die das Sammelgebiet immernoch überschatten. Dabei hätte Ferrero
doch die besten Möglichkeiten gegen die Fälscher vorzugehen,
denn sie haben schließlich das Copyright auf sämtliche Figuren.
Es wäre ein Leichtes, den Fälschern bei eBay den Garaus zu machen,
wenn sich Ferrero einmal damit beschäftigen würde. Man hat doch
gesehen, wie schnell eBay springt, wenn Ferrero das will. Da reicht schon
das Stichwort "Maulwurf-Diorama" und bei vielen
fällt der Groschen. Als die Maulwürfe rauskamen, gab es wie
immer wieder Dioramen, die natürlich auch bei eBay versteigert wurden.
Hier hatte Ferrero jedoch etwas dagegen, denn es handelte sich noch um
ein Betriebsgeheimnis und das sollte natürlich intern
bleiben. Dabei war das Bildmaterial schon vorher aufgetaucht, womit das
Geheimnis gelüftet war.
Man kann also festhalten, dass Ferrero deutlich mehr
machen könnte, als sie z.Z. tun. Die Sammler freuen sich über
jede gesonderte Aktion, aber die fehlende Unterstützung
bzgl. der Fälschungen beschert Ferrero weiterhin die missenden Sympatiepunkte.