Wenn man sich mal die ersten Serien
der Hartplastikfiguren anschaut, erkennt man sofort, was diese Figuren
eigentlich ausmacht. Dadurch, dass der Großteil der Inhalte der
Ü-Eier die Spielzeuge sind, sind die Figuren, die nicht zusammegebaut
werden müssen, also aus wenigen Teilen bestehen, etwas Besonderes.
Als erstes kommt dem Sammler
und auch dem Nichtsammler bei dem Stichwort Figur eigentlich immer
ein Hippo in den Sinn. Die Hippos sind die bekanntesten
massiven, aus einem Stück bestehenden, Figuren. Vor den Hippos
gab es zwar auch schon einteilige Figuren, wie Schlümpfe,
Tao Tao, Frogs und so weiter, der Durchbruch
gelang jedoch erst mit den Hippos, die heute so gut wie jeder
kennt.
Aus
eins ...
Ferrero selbst bezeichnete und bezeichnet die Serien, die nach der Sommerpause,
im Herbst und am Anfang des Jahres kommen, als Sonderserien.
Doch was ist an den Serien das Besondere? In den Anfangsjahren und auch
in den 90ern war das Besondere eben, dass die Figuren nicht zusammengebaut
werden mussten, dass sie ein Stück waren. Es gab zwar hier
und da mal Zubehörteile, der Großteil der Figuren entsprach
jedoch diesen besonderen Eigenschaften.
Nun weiß jeder Sammler spätestens nach dem ersten Erlebnis
mit dem Staubsauger, dass Figuren mit Zubehörteilen einen höheren
Wert erreichen. Dies sieht man vor allem an den drei heiligen
Figuren der Ü-Ei-Sammelei - dem Regenkobold, dem Stelzenschlumpf
und dem Eierlaufschlumpf. Blättert man einmal einen Katalog durch,
sieht man sofort, dass sich diese Werterhöhung auch noch
Jahre danach fortsetzt. So sind Figuren wie Eddy Eigentor und
der Spediteur schon nur noch für etwas mehr Euros zu haben.
Diese deutliche Form der Wertsteigerung schlafft in den Jahren um 1995
natürlich wieder etwas ab, da in diesen Jahren die Sammelei sehr
stark praktiziert wurde. Dies merkte Ferrero am Umsatz und erhöhte
die Auflage der Figuren. Somit sind von diesen Figuren genug vorhanden
(Massenfiguren) und die Preise bleiben dem entsprechend
günstigt. Dennoch ist auch hier ein kleiner, aber durchaus zu erkennender
Preisunterschied zwischen den Figuren mit und ohne Zubehör
zu erkennen. Als bestes Beispiel kann hier Berti Beckenhauer von der ersten
Top Ten Teddies genannt werden.
Doch ist eine Figur mit Zubehör
noch etwas Außergewöhnliches, wenn
es in so gut wie jeder neuen Serie mehrere Figuren mit Zubehör
gibt? Wohl nicht! Und leider ist dieser Trend
zu erkennen. Was, wie oben geschrieben, mit dem Hippo ohne jegliches
Zubehör angefangen hat, ist heute die Herr der Ringe Figur,
die aus 10 verschiedenen Teilen besteht. Nun
fragt man sich, ob dadurch das Besondere, das die Sonderserien
ausmacht, verloren geht.
...
mach vier und mehr.
Nun kommt an dieser Stelle natürlich noch eine Geschmackskomponente
mit ins Spiel. Es kann Serien geben, deren Figuren keinerlei Zubehör
haben und bei den Sammlern überhaupt nicht ankommen. Weiterhin gibt
es viele Serien, die viel Zubehör haben und bei den Sammler super
ankommen. Denn jahrelang war es ja genau das, was sich die Sammler
gewünscht haben - Figuren mit Zubehör, weil diese im
Wert steigen. Die Motocoyoten bestehen jedoch auch alle aus mehreren Teilen
und diese Serie wird sicher nicht großartig im Wert steigen, weil
sie einfach nichts Besonderes mehr sind.
Wenn man es also genau nimmt, ist das Besondere der Sonderserien, wie
sie von Ferrero ja genannt werden, nur noch das Drumherum
- die Werbung, der Internetauftritt und so weiter. Fragt sich, ob das
ausreicht. Fragt sich weiter, ob es überhaupt nötig ist, solch
aufwendige Figuren in die Eier zu packen.
Ich bin der Meinung, dass eine Serie, wie die Teeny Tapsi Turtles oder
die Peppy Pingos bei den Sammler richtig gut ankommen würde. Das
hat man ja beim Hipperium gesehen, die nicht nur wegen
der mit eingebauten Star Wars Lizenz sehr gefragt waren, sondern weil
es eben Hippos sind.
Somit kann man festhalten, dass die Auswirkungen dieser Vermehrung der
Teile bislang noch fragwürdig sind. Ist es gut, oder eher schlecht?
Man kann es noch nicht vorhersehen. Fest steht aber, dass die Anzahl der
Sammler, die auch mal wieder simple Figuren aus den Eiern
pellen wollen, größer ist, als die Sammler, die stets
komplexere Kreationen aus dem Ei schlüpfen sehen wollen.
Hier möge sich jeder seine eigene Meinung bilden.