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  Artikel - Allgemeines - Vom Zufall zur Absicht
Varianten gab und gibt es noch immer viele. Es ist und bleibt jedoch stets eine Sache der Auslegung, ob man eine Variante vorliegen hat. Für jeden Sammler ist der Begriff Variante anders definiert. Für manche reicht schon ein kleiner Farbklecks auf der Figur, bei anderen muss die komplette Figur anders bemalt worden sein. Dadurch, dass die Varianten durch Fehler der Bemaler entstehen, sind sie etwas Besonderes, denn viele Varianten sind Unikate und entstehen durch das Merkmal der Ü-Eier-Figuren, der Handbemalung. Da muss ein Bemaler nur mal kurz in den falschen Farbtopf greifen und schon ist die Hose von Susi Sonnenschein mit der falschen Farbe bemalt.
Die Suche nach Varianten ist für die Sammler ein ganz besonderes Ritual. Jede Figur, die aus dem Ei gepellt wird oder auf dem Flohmarkt ergattert wurde, wird haargenau mit Abbildungen im Katalog und mit den eigenen Exemplaren verglichen. Denn es könnte ja sein, dass man eine Variante erwischt hat.

Ferrero scheint diese Vorliebe der Sammler für Vielfalt unter den Figuren von Sonderserien mitbekommen zu haben. Mit den "Verspielten Hauskatzen", die 2001 zusammen mit den "Mega Mäusen" in den Eiern waren, fingen die absichtlichen Varianten an. Bei dieser Serie galt es nämlich jede Figur zweimal aus den Eiern zu ziehen und das in unterschiedlicher Bemalung.
Die Macher bei Ferrero schienen davon überzeugt, dass sich diese absichtlichen Varianten gut auf den Umsatz auswirken und somit wurden kurzerhand bei der ersten Schreibtischbanden-Serie wieder bei verschiedenen Figuren unterschiedliche Versionen ins Ei gepackt. Hier waren es gleich drei Figuren, bei denen Ferrero diese Innovation testete. Die beiden Büroklammer, der Tacker und der mittlerweile bekannte Mr. Marker wurden mit verschiedener Bemalung ins Ei gesteckt. Während die Klammern und der Tacker eher gleich in den Eiern gestreut waren, ging Ferrero bei den Marker wieder neu vor. Die insgesamt vier verschiedenen Marker wurden zeitversetzt in in den Eiern rausgegeben. Somit mussten die Sammler immer wieder Eier kaufen, um an alle vier Marker zu kommen.
Der Erfolg der Schreibtischbande konnte nicht lügen und somit setzte Ferrero bei der nächsten Serie, dem Hipperium, noch einen drauf. Hier entstand die Figur, die wohl die schnellste Wertsteigerung, seit Beginn des Ü-Eis, erfuhr und noch immer durchläuft. Die Figur Dark Laser wurde neben der normalen Serienausführung auch als Sonderedition, als Black Edition, in die Eier gepackt. Durch die Erfahrungen mit den vergangenen absichtlichen Varianten, hat Ferrero gemerkt, dass an diesen Figuren besonderes Interesse besteht. Aus diesem Grund wurde die Figur mit einer geringeren Auflage produziert, womit sich Ferrero mehr Eierkäufe erhoffte. Und damit hatte Ferrero alles richtig gemacht. Denn durch das Internet wird jede Neuerung schnell bekannt und auch die seltenste Figur wird öffentlich. Somit wurde die Sammlerwelt über die besondere Figur informiert und es wurden wie verrückt Eier gekauft. Hätte man gewusst, dass die Figur dermaßen im Wert steigt, hätten die meisten Sammler wohl noch mehr Eier gekauft.
Dieses Vorgehen, mit absichtlichen Varianten die Sammler zum Eier kaufen zu bringen, wurde von Ferrero weiter verwendet und auch heute immer noch durchgeführt. So erschienen z.B. auch die Figuren der Coolen Abhänger alle in zwei verschiedenen Farben. Weiterhin wurden auch absichtliche Varianten in Sonderverpackungen gesteckt. Nun wusste man, dass die Sammler großes Interesse an diesen Figuren haben, sodass man dies als Aufhänger für die Promotion der Sonderverpackungen nehmen konnte.

Der Verlauf der absichtlichen Varianten. Was kommt noch?

Der derzeitige (Mitte 2004) Höhepunkt der absichtlichen Varianten stellt die zweite Ausgabe der Schreibtischbande dar. Wenn man nach dem Beipackzettel geht, besteht die Serie eigentlich nur aus 5 verschiedenen Figuren. In Wahrheit sind es jedoch inkl. der absichtlichen Varianten insgesamt 14 verschiedene Serienfiguren, die der zweiten Schreibtischbande zuzuordnen sind. Hier wurde nun endgültig deutlich, dass sich Ferrero dieses neue Vorgehen nun regelmäßig zu Nutze macht und umsetzt.
Das Besondere hierbei ist ja wieder, dass es bei den absichtlichen Variante nochmal Varianten gibt. So zu sagen Varianten der Varianten. Diese sind zwar wiederum nicht absichtlich, aber Fehler müssen eingeplant werden und deswegen gibt es auch von den Rubbermännern wieder verschiedenste Varianten.

Eine weitere Innovation in Sachen absichtliche Varianten oder hier besser absichtliche Variation, ist die Hauptserie 2004. Bei der Serie "Mission Maulwurf" gibt es zwei verschiedene Maulwurf-Parteien. Bei der bösen Partei gibt es einen Maulwurf, der einen Zwerg als Zubehörteil hat. Die Figur ist zu vergleichen mit der Figur "Turborturtle & Bennie Beamer" der "Super Spacys". Die Figur heißt Conny Control und steuert einen Gartenzwerg fern. Diese Figur gibt es nun in drei verschiedenen Ausführungen, mit drei unterschiedlichen Zwergen.
Und es ist zu erwarten, dass es auch hier wieder Varianten in der Variation geben wird. Einmal wird es bestimmt Varianten von Conny Control geben und sicher auch einige Abweichungen bei den Zwergen, die Conny Control beiliegen.

Im Großen und Ganzen ist diese Entwicklung von Ferrero und den Varianten eigentlich als durchaus positiv anzusehen, wenn da nicht der Umsatzgedanke wäre. Man muss sich nur mal fragen, warum wir diese Varianten in den Eiern finden. Die einzige logische Antwort auf diese Frage ist und bleibt, dass Ferreros Umsatz dadurch steigt - es werden schlicht und einfach mehr Eier verkauft.
Trotzdem sind diese absichtlichen Varianten eine gute Sache. Somit können auch mal Sammler, die sich eigentlich nicht auf Varianten einlassen wollten, in den Genuss von einigen Varianten kommen. Weiterhin entsteht durch die diese Varianten noch ein neuer Anreiz zum Sammeln und Suchen, denn nun muss man manche Figur nicht nur einmal, sondern bis zu vier mal in der Vitrine stehen haben, um einen kompletten Satz sein Eigen nennen zu können.
Bleibt nur zu hoffen, dass Ferrero mit dem neuen Erfolgkonzept nicht übertreibt. Es wäre nämlich meiner Meinung nach alles andere als lobenswert, wenn in Zukunft zu nahezu jeder Figur absichtliche Varianten in den Eiern zu finden wären. Ab und zu ist absolut in Ordnung, aber Ferrero muss nun ein geeignetes Limit finden, damit die Sammlerwelt nicht "erschlagen" wird.
Weiterhin wäre es schön, noch weitere Arten der absichtlichen Varianten zu finden. Bisher gibt es ja zwei verschiedene Formen. Zum einen die unterschiedliche Bemalung und zum anderen unterschiedliches Zubehör. Mal sehen, was Ferrero da noch so alles einfällt!


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