Geschmack liegt ja bekanntlich im
Auge des Betrachters, doch bei der Serie, die Ferrero Anfang
des Jahres 2003 in die Eier gepackt hat, waren sich die Sammler ausnahmsweise
mal einig. Die Serie wurde einheitlich als schlicht und ergreifend miserabel
bewertet. Die meisten Sammler haben zwar trotzdem gesammelt,
weil auch dieser Satz nunmal dazu gehört, aber der Reiz, eine Figur
dieser Serie im Ei zu haben, war nicht besonders groß, da die Figuren
einfach schlimm aussahen. Der Anblick tut einem normalen Sammler weh,
wenn man sich die Figur zu lange anschaut. Nun stellt man sich doch die
Frage, wo die süßen, unproportionalen Figürchen
von damals sind? Wo sind Susi Sonnenschein und Emil Emsig geblieben? Hat
Ferrero denn komplett vergessen, was den Menschen, oder besser den Sammlern
gefällt? Wenn Ferrero mit den absichtlichen Varianten
auf die Sammler eingehen will, warum kommen dann solche Serien in die
Eier?
War diese Serie nun ein Ausrutscher
oder der Beginn eines neuen Konzepts? Denn es
ist ja schon festzustellen, dass der Trend eher
zu den Figuren geht, die mehrere Teile haben.
Der Hippo von damals, der aus einem Guss bestand,
kommt heutezutage nicht mehr ins Ei. Ferrero denkt scheinbar,
er sei out. Die Herr der Ringe Figuren, die ja
zwangsläufig aus mehreren Teilen bestehen mussten, weil sie
sonst einfach zu groß gewesen wären, haben den Anfang
gemacht. Aber aus diesen Serien scheint Ferrero einen Trugschluss
gezogen zu haben. Denn diese Serie war nicht aufgrund der vielen
Teile so beliebt, sondern weil es eine Lizenzserie war und Herr
der Ringe allgemein sehr beliebt ist.
Ork
aus HdR II
Es ist zwar schön un gut, dass uns Ferrero mit Figuren, die viel
Zubehör haben, "verwöhnt", aber das
Ganze sollte auch Grenzen haben. Die Sonderserien, wie sie ja von Ferrero
genannt werden, sollten auch etwas Besonderes bleiben
und nicht zu nahe zum normalen Spielzeug kommen. Denn irgendwann bekommen
wir Serien vorgesetzt, die aus so vielen Teilen bestehen, dass sie im
Katalog in der Kategorie sonstiges Spielzeug abgebildet
werden.
Blackcoyote
Um zurück zur Leitfrage
dieses Artikels zu kommen, ob Ferrero an einem neuen Konzept arbeit,
kann man nur hoffen, dass es nicht so ist, sondern dass es eine
einmalige Sache war. Die ganze Sache mit dem Zubehör,
die auch bei den Motocoyoten deutlich rüberkommt scheint
Überhand zu nehmen. Man bekommt jedoch auch den Eindruck,
dass die Designer von Ferrero nach 30 Jahren Ü-Ei mal austesten
wollen, welch komplexe Gebilde man in ein solches
Ei hinein bekommt. Sieht man das Ganze von diesem Standpunkt,
hat die Zubehörflut wieder etwas Gutes.
Wobei man hier wieder einschränken muss. Diese besondere
Fähigkeit, möglichst große Objekte in das kleine
gelbe Ei zu bekommen, war jedoch stets ein Merkmal des
Spielzeugs, wo wir wieder bei der Sonderserie in der
unbeliebten Kategorie wären.
Die Unbeliebtheit der Cybertop-Serie lag jedoch nicht nur an den Figuren
selbst, sondern auch am Material und am Thema der Serie.
Ferrero scheint die gegenwärtige junge Generation intensiver ansprechen
zu wollen. Dieses Ziel will mit neuen Themen, die heutzutage
als inn angesehen werden, erreicht werden. Zu diesen Themen zählen
das Internet, der Computer und allgemein die Technik. Die Biene Maja,
die die damalige Jugend begeisterte, oder der Pumuckl, der zusammen mit
Meister Eder sein Unwesen trieb ist heute einfach nicht mehr angesagt.
Heute ist Manga der Hit bei den Kleinen. Und so wagte
sich Ferrero auf ein neues Gebiet und ich denke, dass hier eingestanden
werden muss, dass mit diesem Schritt ein Bock geschossen wurde.
Der oben aufgeführte zweite
Grund, das Material, war auch mit entscheidend
für den Misserfolg von Cyberto und Co. Ein Kennzeichen der
beliebten Hartplastikfiguren ist deren Massivität,
eben der Guss. Wer schon einmal eine Cybertop-Figur in den Händen
gehabt habt, und ich denke, dass dies genug Leser dieses Artikels
sein werden, weiß, wie sich das anfühlt. Man denkt,
man hat gar nichts in den Händen. Es scheint fast so, als
hätte man Ferrero schäbiges Plastik
angedreht, oder bei der Produktion der Rohlinge wäre etwas
schiefgelaufen. Auf jeden Fall sind diese Figuren kein
Vergleich zum guten alten Funny Fant oder Top Ten Teddie.
Schade, aber es ist so.
Chipspeed
von Cybertop
Bleibt nur zu hoffen, dass dies wirklich nur ein Ausrutscher
Ferreros war. Noch kann man daran glauben, denn von der Idee bis ins Ei
dauert es mit eine Serie immerhin 2 Jahre (abgesehen
von Lizenzserien). Ob Ferrero doch noch die Kurve bekommt, kann man somit
erst 2005 sagen, denn erst dann wissen wir, ob Ferrero
erkannt hat, was mit Cybertop falsch gemacht worden ist.
Fest steht aber auch, dass es nunmal kinder Überraschung
heißt und nicht Sammler Überraschung und somit
werden die Sammler auf kurz oder lang wohl leider mit manchen unvermeidbaren
Veränderungen leben müssen.